68 Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Die Äxte geschärft und die Bärte gekämmt, denn dieses mal besprechen Sascha und Matthias für euch Peter Jacksons „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“. Zusammen mit einer Gruppe verschrobener Zwerge macht sich der junge Bilbo auf den Weg um die alte Heimat der Zwerge von einem Drachen zurück zu erobern und einen gewaltigen Schatz zu bergen. Natürlich begegnet die Gemeinschaft dabei einer ganzen Menge bekannter Charaktere aus dem „Herr der Ringe“-Universum und wirftsomit ein neues Licht auf die Geheimnisse des Rings und die Vorgänge in Mittelerde. Das Lichtspielhaus bringt euch jedoch nicht nur die Welt des Hobbit näher, sondern analysiert für euch auch die Vor- und Nachteile der neuen hochauflösenden HFR-Technik und klärt euch darüber auf, weshalb auch eine Albino-Quote für Firmenvorstände endlich von Nöten ist.

PowerSterne 1 – 10

Sascha: 9

Matthias: 9

 

68 Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Ein Gedanke zu „68 Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

  1. Leute, das könnt ihr doch nicht ernst meinen. Euren Podcast liebe ich, auch weil ihr euch immer für Dinge begeistern könnt, die sich völlig meiner Begeisterungsfähigkeit entziehen. Aber ernsthaft: der Hobbit? Grauenhaft!

    Nein, ich habe keinen besonderen Bezug zu der Herr der Ringe Trilogie. Die Filme finde ich ok und solide, vor allem Teil drei. Besonders an den Filmen sind für mich nur einige Szenen, die Musik und die Anzahl der Fans – den Rest finde ich meist nervig, unnötig und uninteressant. Das liegt aber auch am Genre, mit dem ich für gewöhnlich sowieso nicht viel anfangen kann. Dennoch schätze ich die Filme für vieles, was sie tun.

    The Hobbit: An Unexpected Journey soll es also richten. Vielleicht weiß er ja zu überzeugen. Von der Konzeption der Hobbit Trilogie kann man halten, was man will – sollten die Filme aber gut und unterhaltsam sein, dann: klar, warum nicht?

    Darum nicht: The Hobbit: An Unexpected Journey ist hässlich und sieht aus wie ein PC Spiel, was eher weniger an der erhöhten Framerate liegt. Beinahe jedes Bild sieht unfassbar unnatürlich aus, da es entweder durch fünf verschiedene selektive Weichzeichner gejagt, ihm irgendwelche 3D Effekte wie herumfliegende Keulen hinzugefügt wurden oder es deutlich zu viele lichtdurchflutete Landschaften enthält. Sonnenuntergänge und goldenes Licht werten einen Film optisch oftmals für mich auf, aber hier wirkt das doch so extrem artifiziell, dass man jede Aufnahme, der kein Licht, kein herumfliegender Vogel, kein Weichzeichner oder sonst etwas am Computer Generiertes sofort bemerkt. Eigentlich sollte es doch andersherum sein.
    Von der fragwürdigen Ästhetik abgesehen bietet The Hobbit: An Unexpected Journey nicht viel Gutes. Fängt die Story mal nach gefühlten 50 Minuten an zu rollen, sehen wir ziemlich unsympathische Charaktere (außer Gandalf → „Lauuuuuuuuuuft!“), zu denen man überhaupt keine Bindung aufbauen kann, da sie nicht nur uninteressant und in schwarz weiß geschrieben, sondern meist auch schlecht gespielt sind. Beinahe der ganze Cast zieht hemmungsloses Overacting konsequent durch, sodass es fast kein „normales“ Gesicht gibt (außer Gandalf). Die Figuren sind nicht nur dermaßen übercharaktersiert, sondern sie verhalten sich auch größtenteils nicht wie „echte“, menschliche Figuren.
    Dadurch ist man emotional nicht involviert, was nicht so schlimm wäre, würde wenigstens das Drehbuch oder die Inszenierung dies kompensieren. Tut es aber nicht. Die Helden werden eh im letzten Moment gerettet – entweder durch Deus Ex Gandalf, eine ach-so-kreative Kampftechnik oder durch absolut dämliche Zufälle und geografische Gegebenheiten. Dass die meisten Action Setpieces dann noch unnötig sind, verbessert das Ganze natürlich nicht. Der Kampf mit den Trollen oder die sich kloppenden Berge bieten zwar Schauwerte, nerven aber letztlich doch mehr als dass sie den Film weiterbringen.
    Dazu kommt, dass die wunderbaren Themes aus der originalen Trilogie an merkwürdigen, bedeutungslosen Stellen eingesetzt werden. Diese inflationäre Nutzung der mit Bedeutung aufgeladenen Musik wirkt wie der krampfhafte Versuch, die Magie wiederherzustellen und den Zuschauer daran zu erinnern, dass er doch gerade einen Film im LotR-Universum guckt. Schade um die geniale Musik.
    Apropos Bedeutung und Gravitas: solche Momente kommen in dem Film eher weniger vor und Spannung kommt auch beinahe gar nicht auf, da eh alle gerettet werden oder Peter Jackson keine Gelegenheit auslässt, seine Kamera so frei im Raum herumschweben zu lassen, dass man nie den Eindruck hat, irgendeine Kampfszene wäre nicht massiv am PC nachbearbeitet worden. Das wirkt trotz der regelmäßigen Verwendung im Film immer wieder fremd – genauso wie die Szenen mit Gesang. Meine Güte, sind die scheisse. Ein singender Troll, ernsthaft? Wie soll man das bitte auch nur annähernd ernst nehmen? Doch während sich jeder über „Quatsch-Filme“ wie Transformers oder Fast and Furious aufregt, singen hier die Bösewichte, fliehen Zauberer mit ihrem von Kaninchen gezogenen Schlitten oder wird kein noch so dummer Witz ausgelassen. Die Frage nach dem Sinn der Verwendung des Humors muss ohnehin gestellt werden. Dass dieser Humor zu 95% auf Kleinkind-Niveau funktioniert, ist umso schlimmer. Ein, zwei Gags zünden und sind ganz nice, aber bei dem Rest möchte man eigentlich im CGI-Erdboden versinken. Dann wäre der Film wenigstens vorbei und man müsste sich nicht durch die 3 (!) Stunden des Extended Cuts quälen.

    Genug abgefuckt. Einige Dinge haben mir dann doch gefallen. Die (viel zu kurze) Einstellung, bei der Gollum über das Wasser gleitet war klasse, genauso wie fast alle Szenen mit ihm. Immer noch ein faszinierender Charakter. Nur schade, dass jeder Wechsel zwischen seinen Persönlichkeiten durch einen Schatten auf dem Gesicht oder einen Schnitt versteckt wird.
    Auch die Musik ist für sich betrachtet cool (bis auf die disneyhaften Gesangseinlagen) und die nicht bearbeiteten Landschaftsaufnahmen sind wieder schön.

    Insgesamt ist The Hobbit: An Unexpected Journey also eine große Enttäuschung und ein Cashgrab der ganz miesen Art.

    Hat sich eure Meinung seit eurer ersten Sichtung geändert?

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