90 Der Hobbit: Smaugs Einöde

Die Zwerge machen sich zusammen mit Bilbo auf den zweiten Teil ihrer Reise zum einsamen Berg. In „Der Hobbit: Smaugs Einöde“ treffen wir dieses mal nicht nur alte Bekannte wieder, sondern entdecken auch neue Charaktere und Orte, wie die Heimat der Waldelben oder die von Eis und Schnee bedeckte Seestadt.
Doch kann die „Hobbit“-Reihe an den Erfolg der „Herr der Ringe“-Trilogie anknüpfen und lohnt es sich wirklich einen Film mit HFR vorzuführen? Diese Fragen und natürlich das größte Rätsel aller Zeiten: „Rasieren sich Hobbit-Frauen eigentlich die Füße?“, beantworten Sascha und Matthias für euch im Lichtspielhaus.

PowerSterne 1 – 10:

Sascha: 10

Matthias: 8,5

Podcast-Getränk des Tages: Jim Beam Devil’s Cut

 

90 Der Hobbit: Smaugs Einöde

3 Gedanken zu „90 Der Hobbit: Smaugs Einöde

  1. Wunderbar, doch noch ein Hobbitcast.
    Bin so ziemlich eurer Meinung, Hammerfilm, Hammeroptik und Hammersound, man könnte es auch Hammertime nennen.

    Zur Story:
    Die Schauplätze gefallen mir besser als im Ersten, es ist etwas mehr Abwechslung dabei. Beim Ersten habe ich den Eindruck, dass sehr viel über Wiesen gerannt wird.
    Die weiteren Charaktere finde ich gelungen, der Elfenkönig ist schon eine coole hochnäsige Socke. Da muss ich ja nicht weiter drauf eingehen, da bin ich bei allem eurer Meinung.
    Ok die Stimme von Smaug stört mich nicht so und ich fand sie durchaus gelungen. Bei Saschas Einwand musste ich sehr lachen, die Assoziation hatte ich nicht, passt aber auch wunderbar.
    Irgendwie bin ich nicht so mit den Orks zufrieden, kann es mir auch nicht komplett erklären, irgendetwas fehlt, bei Herr der Ringe stören die mich nicht so. Vielleicht fehlen mir auch einfach die deutlich brachialeren Urukays.

    Habe jetzt schon von einigen Leuten gehört, dass sie mit dem Ende nicht zufrieden sind. Sie sagen: „Das Filmende sei sehr schlecht gewählt und wäre mitten in einer Szene.“
    Ich bin überhaupt nicht der Meinung, war von dem Ende wirklich begeistert und der Zeitpunkt war für mich optimal gewählt.

    Zur Optik:
    Eure Kollegen vom discussa-Podcast haben es ja auch schon gesagt, HFR ist nicht die Auflösung sondern die Bilder pro Sekunde. Laut Wikipedia gibt es noch keine 3D HFR 4k Projektoren, da es technisch noch nicht umsetzbar ist. Es gibt also einen Auflösungsunterschied, wenn man den Film in 3D HFR oder in 4K schaut. ABER das jeweilige Kino muss auch 4K Projektoren haben. Falls das Kino kein 4K kann, dann gibt es Auflösungstechnisch keinen Unterschied zu 3D HFR und 4K (nicht 3D HFR). Ich hoffe das ist einigermaßen verständlich 😀
    Habe den Film wieder in beiden Versionen gesehen, in unserem 4K-Kino in Ulm läuft er aber leider nicht, deswegen kann ich die Auflösung nicht beurteilen, wird aber ähnlich gut wie im 1. sein. Ich habe also den direkten Vergleich zwischen HFR und Nicht-HFR. Ich schwanke immernoch zwischen den beiden Varianten. HFR hat ganz klare Vorteile bei den Actionszenen, Sascha hat ja schon angesprochen, dass diese deutlich schärfer sind (Schärfer bedeutet hier: weniger Bewegungsunschärfe und nicht Auflösung). Aber für mich sieht es immer noch komisch und unnatürlich aus. Gerade normale Bewegungen wirken flapsig und dadurch ungewollt lustig. Ich glaube ich werde den letzten Teil ohne HFR anschauen und hoffen, dass er dann in einem richtigen 4K-Kino gespielt wird.

    Zum Soundtrack:
    Den Soundtrack finde ich wieder gelungen, habe auch nichts anderes erwartet.

    Zur Frage:
    Das beste Antikatermittel neben dem Empfohlenen ist der dreiköpfige Affe. Wenn man ihn sieht, hat man sofort den Kater vergessen.
    Wie ihr wisst, ist der größte Feind des Trinkers die Dehydrierung, also nach dem Saufgelage nicht noch eine Nachthalbe zu sich nehmen, sondern einen halben Liter Wasser trinken.

  2. Auch hier wieder:
    Der Hobbit 1 + hätten sich den Namen Der Hobbit: Zweiöde Filme redlich verdient.

    +++Vorsicht: ab hier wird viel geflucht+++

    Der Hobbit: Smaugs Einöde ist mal wieder ein Beweis dafür, dass Zahlen nichts, aber auch gar nichts über die Qualität eines Films aussagen. Diese Erkenntnis mag alles andere als neu sein, wird einem hier mit beachtlicher Wucht aber wieder präsent. Ein Budget von $225.000.000, eine Laufzeit von 161 bzw. 186 Minuten (je nach Version) und eine doppelte Framerate bewirken relativ wenig positives sondern lassen einen eher darüber nachdenken ob die Verantwortlichen testen wollten, welche Dehnbarkeit eine glatte Plastikfläche besitzt. Denn nichts anderes ist der Film. So glatt wie die Oberfläche des Fernsehers auf dem ich den Film geguckt habe, nur mit viel mehr Ecken als dieser. Mehr als vier. Deutlich. Jedoch keine interessanten, kantigen Ecken – eher hässliche, an denen man sich ja nicht stoßen soll, aber deren Aussehen und Konstruktion schlicht und einfach gestalterische Unzulänglichkeit beweisen. Die trotz der Glätte so störend sind, dass es nicht anders geht als sie zu hassen.
    Immer noch bin ich der Überzeugung, dass aus 280 Seiten Kinderlektüre drei gute Filme mit Überlänge gemacht werden können. Irgendwo. Wo nicht Peter Jackson oder MGM dahinter steckt.
    Es passiert zwar sehr viel im Film, sowohl in den Bildern als auch erzählerisch, aber nichts davon hat die Bedeutung, die der Film vorgaukelt. Hier ein wenig Entschleunigung, da ein bisschen Atmosphäre und schon hätte man einen filmisch deutlich interessanteres Werk. Eigentlich paradox, dass weniger Handlung hier mehr gewesen wäre, selbst bei Beibehaltung der Laufzeit.

    Jacksons sechszehnter Film wirkt, genauso wie sein Vorgänger, wie eine Tech-Demo. Wie eine E3 Präsentation. Jackson steht auf der Bühne vor lauter Fans und sagt stolz: guckt mal, was wir alles können. Und es ist in der Tat beachtlich, was das CGI auch in diesem Film alles hervorbringen kann. Vieles davon ist immer noch State oft the Art, aber sehr vieles auch State oft the Scheisse. Besonders die animierten Städte sehen aus wie aus Age of Empires 2 („ein bisschen Gold, bitte“ wird sich auch Peter Jackson gedacht haben, doch dazu später mehr). Aber immerhin die HD Version. Und in 48 Frames.
    Man nehme 225 Mio USD, überreiche sie Peter Jackson und lasse ihn daraus eine riesige und unendlich große Kackwurst machen.

    Dass in einem Film, der im LOTR Universum angesiedelt ist, eine GoPro benutzt wird (ja, ihr könnt es gerne in der IMDB nachlesen) in einer Szene, die so dermaßen drüber ist, spricht Bände. Aber eigentlich will und kann ich mich nicht auf die Nutzung der GoPro konzentrieren weil das, was darauf folgt noch deutlich schlimmer ist: eine Szene, wie ich sie noch nie in einem solchen Film gesehen habe. Da hüpft ein CGI Orlando Bloom über mit CGI Zwergen gefüllte CGI Fässer um CGI Orkse zu töten. Das sieht nicht nur unglaublich hässlich und albern aus, sondern passt tonal einfach mal überhaupt nicht in den Film. Extrahiert man die Szene und guckt sie sich so an, so ist das maximal unterhaltsam – solange man den Selbsthasspegel auf 100 stellt oder einfach sehr gerne Videospielsequenzen in seinem sonst so ernsten Film hat. Da fehlen mir echt die Worte. Das ist Star Wars Prequel Niveau vom allerfeinsten.

    Fast genauso grauenhaft ist dann das Finale. Die Zwerge spielen Spider-Man und um das noch dramatischer zu machen, schneidet Jackson zwischen der Zwergen vs Smaug Szenerie und einer medizinischen Notfallbehandlung hin und her. Ok, der Zwerg ist echt arm dran und hat bestimmt heftige Schmerzen im Bein. Ist schon akut, sehe ich ja ein. Aber: WAS ZUR HÖLLE SOLL MICH DIE SCHEISSE INTERESSIEREN? Zwar habe ich jetzt schon fast sechs Stunden mit den Charakteren der Zwerge verbracht, aber immer noch kenne ich nur von zweien den Namen, kann von höchstens drei Zwergen eine Charaktereigenschaft nennen und weiß immer noch nicht, warum die so sind wie sie sind, wer sie überhaupt sind und was sie so bewegt. Nach 6 Stunden – eine wahre Odyssee. Auch die anderen Charaktere sind einem fast allesamt egal und wenn nicht, dann gehen sie einem sehr schnell und für den restlichen Film auf die Nerven.
    Doch nicht nur die Charakterisierung der Figuren enttäuscht noch mehr als im Vorgänger, auch die Bedeutungslosigkeit ihrer Handlungen ist beeindruckend. Nichts hat Folgen – sie werden im Fall der Fälle eh in letzter Not gerettet. „Konsequenzen?“ fragt sich Jackson, „was ist das?“
    Auch das gute, alte Prinzip „Show-Don’t-Tell“ existiert für Jackson scheinbar nicht mehr. Weil der Zuschauer ja doof ist, müssen seine Charaktere jede noch so kleinste Gefühlsregung aussprechen. Wenn der Drache dann „Rache“ schreit ist das auch nur cool, weil sich die Wörter reimen. Die restlichen Dialoge kann man getrost vergessen. Und es wird extrem viel geredet in Smaugs Einöde. Deswegen kann man getrost den Ton ausschalten. Richtige Musik kommt in dem Film eh nicht vor und wenn doch, labert da irgendein Typ drüber, der einen nicht im Geringsten juckt, oder die Soundeffekte überlagern den kompletten Score.

    Zu viel, es ist einfach von allem zu viel da. Jede kleinste Szene wird in die Länge gezogen, jedes Set viel zu stark ausgeleuchtet, jede Emotion zu deutlich ausgesprochen. Da ist nichts subtil, nichts elegant. Alles wird einem mit dem Holzhammer in die Fresse geprügelt.

    Wenigstens sind einige Szenen nicht komplett schrecklich, wie zum Beispiel die Spinnen im Wald oder der Trip der Zwerge in eben diesem. Auch der Drache ist tatsächlich gut vertont. Zwar nervt das Schauspiel mal wieder ziemlich und Freeman bewirbt sich mal wieder für die Goldene Himbeere durch sein gnadenlos konsequentes Overacting, aber in der Szene, in der er sich über den Fluss hangelt, blitzt sein Talent auf. Auch Ian McKellen macht seine Sache gewohnt routiniert.

    Trotzdem: Wer diesem Film ein gute Wertung gibt, ist entweder masochistisch veranlagt, besitzt extrem viel Sarkasmus oder ist ein grauenhafter Mensch. Peter Jackson, lass dich mal verprügeln oder so. Nur wenn du willst, als Abwechslung.
    Ein abschließendes Bild noch, um das Gesamtwerk zu beschreiben: man stelle sich Smaugs Höhle vor, ersetze sein Gold durch Exkremente und den Drachen durch den Regisseur. Dann sitzt Peter Jackson auf einem riesigen Haufen seiner Scheisse und ist auch noch mächtig stolz darauf. So oder so ähnlich fühlen sich die 180 Minuten an.
    Aaaaaaargh

    PS: Natürlich entschuldige ich mich für die vulgäre Sprache. Tut mir leid. Kommt nicht wieder vor.
    PS2: Trotzdem ein unterhaltsamer Podcast mit zwei, wie immer, sehr sympathischen Moderatoren!

    • Ein sehr schöner Kommentar. Musste sehr lachen. Danke Sascha, dass du das im Solo-Cast erwähnt hast.
      Witzigerweise habe ich vor vier Jahren geschrieben, dass ich den Film mega gut fand … . Ich weiß auch nicht wie ich zu dieser geistigen Umnachtung gekommen bin. Habe den Film seitdem nicht mehr gesehen und ich habe auch keine Lust mehr die Hobbit-Trilogie ein zweites Mal anzuschauen. Normalerweise will ich gute Filme immer mehrmals sehen, aber bei Hobbit reizt mich so gar nichts mehr.

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