120 The Revenant

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Leonardo DiCaprio kehrt zurück und macht sich auf die Jagd nach Tom Hardy. In „The Revenant“ von Regisseur Alejandro González Iñárritu gibt DiCaprio einen erfahrenen Spurenleser und Abenteurer, der nach einem Bärenangriff schwer verletzt von seiner Pelzhändlertruppe in der Wildnis zurück gelassen wird. Nun muss er nicht nur ums Überleben kämpfen sondern auch den Mörder seines Sohnes verfolgen. Neben einer spannenden Story wartet „The Revenant“ vor allem mit lebendigen und fantastischen Naturaufnahmen auf. Der Zuschauer meint geradezu die klirrende Kälte und das rauschen reißender Gebirgsflüsse spüren zu können.
Sascha und Matthias verfolgen wieder einmal alle Spuren durch das Unterholz der Filmindustrie und finden für euch heraus welche Erziehungstipps Grizzly-Bären für euch im Angebot haben und an welchen Diät-Plan sich Leonardo DiCaprio hält.

PowerSterne 1 – 10:

Sascha: 8

Matthias: 9

Podcast-Getränke des Tages: Pupen-Schultzes Schwartzes / Croix Noir

 

120 The Revenant (mp3 download)

Ein Gedanke zu “120 The Revenant

  1. Wow, das ging schnell. Ihr habt doch erst am Nachmittag aufgenommen und dann ist der Cast schon fertig, cool.
    Gleich mal zu Matzes Podcast-Getränk, auf der Flasche ist der Kottbuser-Postkutscher. Das Bier soll übrigens nach Kaffee und Backpflaume schmecken. Woher ich das weiß? Wir haben letztes Jahr für die Brauerei Landskorn einige Bierverkostungsfilme geschnitten und da war unter anderem das Pupen-Schulze auch dabei. Leider weiß ich nicht warum das Ding Pupen heißt, Schulze kommt von einem alten Braumeister Gustav Schulze.

    So zum Rückkehrer. Echt ein dämlicher Name. Ihr habt glaube ich deutlich mehr Spoiler eingebaut als sonst oder? Naja egal.
    Also zur Story:
    Ich find die Story gut und mitreißend. Man möchte wirklich wissen, was passiert mit dem armen Leo und wird er es schaffen, klar der Film heißt der Rückkehrer, aber vielleicht kehr er ja nicht zurück oder er kehrt zu seiner Frau zurück. So fesselnd die Story auch ist, man weiß ab der Mitte vom Film ungefähr wie es ausgehen wird. Aber mich hat das überhaupt nicht gestört, weil man ja so mitfiebert und mitleidet.
    Helikopter-Bär fand ich ich sehr witzig … aus Werner-Zeiten kenn ich noch den Hubschraubär.
    Ich finde die Traumsequenzen vom Mr. Glass passen ganz gut in das Setting und auch zum Regisseur, habe mich schon etwas an 21Gramm erinnert gefühlt. Man muss ja das esoterische Zeug nicht immer gleich verteufeln, außer wenn es sich natürlich um diese Quacksalber-Esoterik handelt. Hab neulich mal was über Quanten-Heilung gelesen … geht auch übers Telefon, ich musste so lachen.
    Naja zurück zu The Revenant.
    Dann machen wir doch gleich mit dem Bild weiter.
    Zum Bild:
    Die Kameraarbeit haut einen schon von den Socken, Emmanuel Lubezki ist hier sehr speziell und die Kamera drängt sich einem förmlich auf. Gedreht wurde mit einer Arri 65, das ist das digitale Equivalent zum 70mm Analog, ok nicht ganz, 5mm fehlen :-D. Das Ding ist gerade State-of-the-Art im digitalen Cinemabereich. Die Kamera gibt dem Film diesen besonderen Look, alles wirkt lebensecht, aber nicht künstlich. Da man mit dem vorhandenen Licht gearbeitet hat, wird das auch noch unterstrichen, aber da gehe ich nachher noch drauf ein.
    Emmanuel Lubezki ist ja bekannt für seine langen Einstellungen und in Children of Men hat er ja bereits sein Können demonstriert(Oskar-Nominierung für beste Kamera), Gravity wäre ohne seine Kameraarbeit nicht möglich gewesen, meiner Meinung nach (Oskar für beste Kamera). In Birdman hat er dann nochmal einen draufgelegt (Oskar für beste Kamera) und dann kommt noch The Revenant (Oskar-Nominierung für beste Kamera). In seiner Filmography sind noch ein Haufen anderer guter Filme, krasser Typ.
    Mich würde mal interessieren ob euch auch die Kamera aufgefallen ist? Also jetzt nicht spezielle die langen Einstellungen und Naturaufnahmen, sondern eher die Platzierung der Darsteller. Da wird Mr. Glass mal komplett am Rand platziert und die Aufnahmen wurde mit einem Weitwinkel gemacht, das verzieht die Perspektive so, dass die Darsteller manchmal schon komisch aussehen, aber irgendwie passt es. Es gibt dem Film schon so eine gewisse Weite, aber man ist immer mittendrin.
    Zum Ton und Musik:
    Hier kann man auch nicht viel sagen, der Soundtrack ist subtil und minimalistisch, passt aber wunderbar zur Szenerie und Story. Ton auch 1A, ich höre immer noch die Pfeile durch die Luft sausen. Ich kenne mich beim Ton jetzt nicht so gut aus, da kann ich leider nicht so viel zur Technik sagen. Ich achte halt immer auf den Einsatz der Musik oder wie lange es mal keine Musik gibt und wie die einzelnen Geräusche aufeinander abgestimmt sind. Es muss einfach Sinn für die Ohren geben.
    Zu den Effekten:
    Ich war von dem Bär eigentlich schon begeistert. Mich wundert es, dass der Sascha da so enttäuscht war. Die Leute von ILM haben hierfür auch wieder eine Oskar-Nominierung bekommen und ich fand die Animation wirklich überhaupt nicht schlecht. Ich hab mich sogar kurzzeitig gefragt was jetzt real ist und was nicht, war das ein digitaler Leo oder nicht? Bei dem Bären gab es ja anscheinend auch noch einen Typen in einem blauen Bärenkostüm, wahrscheinlich für die grobe Orientierung im Raum.
    Und der TaunTaun-Absturz sah ja auch nicht schlecht aus.
    Mein Fazit:
    The Revenant war mit Abstand das Beste, was ich in der letzten Zeit im Kino gesehen habe (mit Ausnahme von Star Wars), bis jetzt gab es selten so einen Film, der einem dermaßen unter die Haut geht. Zwischendurch habe ich schon gemerkt, dass ich ein komisches Gefühl im Bauch habe (und das waren nicht die Nachos, bin mittlerweile davon weg, mich im Kino mit Süßkram und Fettzeug vollzustopfen), man fühlt wirklich mit Mr. Glass und seinem Schicksal mit. Es ist wirklich kein Feel-Bad-Movie aber der Film weiß schon genau wie er die Zuschauer mitleiden lassen kann. Klare Kinoempfehlung von mir.

    Ok zur Frage: Warum dreht man nicht immer mit vorhandenem Licht?

    Ich will zunächst darauf eingehen, warum man überhaupt Licht braucht beim Film. Wir Menschen brauchen Licht um etwas zu sehen, kein Licht bedeutet schwarz, klingt komisch, is aber so. Bei der Kamera ist das ähnlich, damit der Sensor/FIlm etwas aufzeichnen kann, muss Licht darauf treffen. Dabei ist es nicht egal was für Licht das ist, bei natürlichem Licht muss man sich fast keine Gedanken machen, bei Kunstlicht schon. Handelt es sich um klassische Glühlampen oder LEDs. Mit Glühlampen hat man nicht solche Probleme wie mit LEDs? LEDs haben kein volles Farbspektrum und machen es so dem Sensor nicht gerade leicht. Wer hier mehr erfahren will, der kann gerne bei uns im Blog vorbeischauen [http://dielichtfaenger.com/blog/led-lichter]
    Licht ist nicht immer gleich Licht. Das war jetzt die physikalische Seite von Licht, jetzt kommt der gestalterische Teil. Mit Licht schafft man natürlich auch Stimmung. Ich erkläre das mal kurz anhand von Sonnenlicht. Wer kennt das nicht, man steht morgens (evtl. vor Sonnenaufgang) auf und die Natur ist in ein Zwielicht getaucht. Abends das Gleiche. Es ist zwar noch hell, aber das Licht hat eine ganz besondere Stimmung. Man redet auch von der blauen Stunde (obwohl die besondere Stimmung meist weniger als 1h anhält). Bei diesem Licht scheinen die Bilder automatisch gut auszusehen. Die Sonne steht sehr tief und wirft lange Schatten, wir können in einem Bild mit unterschiedlichen Helligkeiten spielen. Die Sonne hat ein angenehmes Orange und wärmt das ganze Bild auf. Mittags ist das meist deutlich schwieriger, die Sonne kommt genau von Oben und es gibt kaum Schatten … wenn man jetzt eine Person ablichtet, dann haben wir oft die typischen Pandaaugen, Gesicht hell, Augenhöhlen dunkel.
    Ich vereinfach jetzt mal die Lichtgestaltung etwas. Am liebsten würde man jetzt als Filmer natürlich immer in der blauen Stunde arbeiten (es kommt natürlich darauf, welche Art von Film man dreht, wenn ein Film in der Nacht spielt, dann dreht man natürlich auch in der Nacht), man möchte ja immer diese besondere Lichtstimmung haben. Wie so oft spielt hier die Zeit eine wichtige Rolle. Wer einmal auf einem Filmset war, weiß wie schnell eine Stunde vergehen kann. Wenn wir jetzt nur in der blauen Stunde filmen möchten, dann kann man sich ja ausrechnen, wieviel man an einem Tag schafft. Habe ja oben schon geschrieben, dass die blaue Stunde ja oft überhaupt keine Stunde dauert, sondern je nach Standort eher weniger. Wenn man näher am Äquator ist, dann ist die Dämmerung deutlich kürzer, da die Sonne fast senkrecht am Horizont verschwindet. Man hat also oft nur 30min gutes Licht am Tag und soll dann einen Spielfilm drehen. Daher ist man den Weg über das Kunstlicht gegangen, Lampen brennen einfach so lange der Strom an ist. Bei einem Set, dass nur aus Kunstlicht besteht (zum Beispiel in einem Filmstudio) können wir theoretisch 24h am Tag drehen, wir haben immer das gleiche Licht. Die Arbeit in einem Studio ist aber auch etwas anderes, man kann nie komplett die Natur nachstellen, deswegen arbeitet man oft an realen Locations und verwendet zusätzlich Kunstlicht, ich geb mal ein Beispiel. Wir haben eine Szene in einer Küche, durch das Fenster kommt das Sonnenlicht. Innen hellen wir die Szenerie etwas mit Scheinwerfern auf, da wir gegen das Sonnenlicht ankämpfen müssen, die Sonne ist in der Regel immer stärker als das Kunstlicht, man muss das Licht ungefähr auf ein Level bringen. Man kann es leicht selber testen. Einfach mal eine Person vor ein Fenster stellen und dann mit dem Smartphone versuchen beides gleich hell zu bekommen. Entweder ist das Fenster richtig belichtet und die Person zu dunkel, oder die Person ist richtig belichtet, das Fenster ist aber nicht mehr zu erkennen, weil es weiß ausbrennt. Wenn wir jetzt die Person mit einer Lampe anstrahlen dann können wir beide richtig belichten. Jetzt wandert aber tagsüber die Sonne, das Licht vom Fenster ändert sich also dauernd, hier muss man auch wieder nachjustieren. Diese Art der Lichtgestaltung ist aber immer noch die gängige Methode würde ich sagen. Der Nachteil ist, dass wir natürlich Strom brauchen und die Schauspieler können sich nicht komplett frei auf dem Set bewegen, da irgendwo ja die Lampen stehen.
    Kommen wir zur Lichtgestaltung mit natürlichem Licht. Hatte ja schon beschrieben, dass man oft auf das richtige Licht am Tag warten muss, um dann zu drehen. Wenn man jetzt noch in einer Hütte ist und die Sonne nur zu einem bestimmten Zeitpunkt in die Hütte scheint, dann könnt ihr euch vorstellen wie schwierig die Koordination der Drehs wird. Auf der anderen Seite haben wir natürlich ein sehr schönes Licht, die Schauspieler können sich meistens ohne Probleme auf dem Set bewegen und können komplett in ihre Rolle eintauchen. Der Aufwand ist halt enorm, die Dreharbeiten von The Revenant haben ein Jahr gedauert, in Regel rechnet man bei typischen Hollywood-Filmen mit einer Drehzeit von ca. 8 Wochen, eher weniger. Die technische Entwicklung hat das Drehen mit natürlichem Licht natürlich (Haha, Wortspiel) begünstigt. Stanley Kubrick hat bereits 1975 bei Barry Lyndon nur mit natürlichem Licht (Sonne, Kerze, Feuer) gedreht, das wars damals undenkbar. Man brauchte ein spezielles Objektiv von Zeiss, dass für die Nasa entwickelt wurde und spezielles hochempfindliches Filmmaterial. Mittlerweile sind wir so weit, dass man bestimmte Szenen fast nur mit einer Kerze ausleuchten kann und die Kamera immer noch brauchbare Bilder liefert. Da hat sich schon einiges getan. Die Arri 65 ist bei wenig Licht sehr rauscharm, es stört also nicht. Ab und zu ist mir schon aufgefallen, dass jetzt die Qualität etwas abgenommen hat, gerade bei den dunklen Szenen, aber niemals so, dass es überhaupt nicht mehr verwendbar ist. Und hier schließt sich jetzt der Kreis zum Anfang „man braucht Licht um überhaupt etwas zu sehen.“. Früher waren unsere Augen den Kameras weit überlegen, man musste mit Licht arbeiten um den Kameras überhaupt eine Chance zu geben etwas zu sehen. Heute hat sich das eher umgedreht, die Kameras sind deutlich empfindlicher als unsere Augen (der Preise ist aber das typische Bildrauschen, aber das wird sich auch noch verringern).

    Zusammenfassung
    Studio:
    – flexibel in der Zeiteinteilung
    – flexibel im Setaufbau (man kann etwas größer bauen, wenn man es braucht)
    – Natürlichkeit geht etwas verloren, es ist einfach nur ein gebautes Set
    – schwieriger für Darsteller komplett in der Rolle aufzugehen

    On-Location mit Scheinwerfern:
    – nicht ganz so flexibel bei Zeiteinteilung
    – vorhandener Raum kann nicht erweitert werden
    – Charme von realer Location

    On-Location nur mit natürlichem Licht
    – zeitlich nicht mehr flexibel
    – vorhandener Raum kann nicht erweitert werden
    – sehr natürlicher Raum, Darsteller können sich in einem realem Raum mit realem Licht bewegen

    So das waren meine Gedanken zum Licht. Ich hab jetzt alles etwas vereinfacht, also bitte nicht komplett darauf festnageln.

    Bis denne
    Josef

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